Trainer Diego de Marco freigestellt

Die Ära Diego de Marco beim Koldinger SV ist vorbei. Ausgerechnet nach dem ersten Saisonsieg trennen sich die Wege von Club und Trainer. Das Verhältnis zwischen Trainer und Spielern gab den Ausschlag.

Der Koldinger SV hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer Diego de Marco getrennt. Offenbar waren mannschaftsinterne Gründe ausschlaggebend für die Entlassung.

Viele zählten den Koldinger SV vor der Saison zu den Favoriten in der Bezirksliga 3. Absteiger aus der Landesliga, namhafte Kicker im Kader, ein erfahrener Trainer: gleich mehrere Gründe schienen für den KSV zu sprechen. Aber nach vier Ligaspielen ist der Club von seinen eigenen Ansprüchen weit entfernt.

 

Ich hätte nicht hingeschmissen":
Darum ist Diego de Marco beim Koldinger SV raus

Weil es zwischen Trainer und Spielern nicht mehr läuft, muss Coach Diego de Marco den Koldinger SV verlassen. De Marco sagt, der Verein und er gingen nicht im Bösen auseinander, betont aber auch: "Die nächste Zeit braucht mich erst mal keiner anzurufen."

Wenn es in einem Fußballteam zwischen dem Trainer und einem Teil der Mannschaft – aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr stimmt, ist es üblich, die sportliche Leitung auszutauschen. Der Trainer gilt da in der Regel als das schwächste Glied. Beim Bezirksligisten Koldinger SV ist das nun nicht anders gewesen. „Ich bin vom Verein freigestellt worden“, sagt Diego De Marco. „Es gab zwischen Trainerteam und Mannschaft kontroverse Ansichten, was Spielphilosophie, Personalentscheidungen und Einstellung betrifft.“ Der Impuls sei dabei aus der Mannschaft gekommen. „Ich hätte nicht hingeschmissen, wäre aber einen anderen Weg gegangen. Und das hätte bedeutet, dass wir uns von einigen Spielern hätten trennen müssen.“

"Ich kann ja nicht die Spieler gehen lassen"

Der KSV-Vorsitzende Tomas Biber machte es kurz: „Trainer und Team waren sich in vielen Punkten uneins. Und ich kann ja nicht die Spieler gehen lassen.“ Vonseiten des Kapitäns Martin Pietrucha und des Mannschaftsrates sei der Vorschlag gekommen, dass das Team zunächst erst mal unter eigener Führung weitermachen wolle. „Da sie allerdings mit dem Ko-Trainer keine Probleme zu haben scheinen, wird es mit diesem noch ein Gespräch geben.“
Angesichts der Spannungen sei ein gemeinsamer Weg nicht mehr möglich gewesen, betont DE Marco: „In dieser Mannschaft gibt es zu viele, die schweben in Gedanken noch in der Bezirksliga-Saison, in der sie durchmarschiert und aufgestiegen sind.“ Doch dazu fehle bei einigen schlicht die nötige körperliche Verfassung. „Wenn ich im Vorbereitungsmonat Juli eine Trainingsbeteiligung von gerade mal 60 Prozent habe und eine Whatsapp nach der anderen bekomme mit Absagen, sagt das einiges.“ Folgerichtig müsse man erst mal kleinere Brötchen backen. „Wenn die Fitness fehlt, spielt man halt erst mal defensiver und geht nicht permanent drauf oder spielt mit hoch stehender Viererkette.“

Einige der etatmäßigen Stammkräfte hätten das anders gesehen. Und so sahen die Spiele dann auch aus. „Wenn ich links herumgehen will, diese Jungs aber rechtsrum, dann gibt es keine Basis.“ Es sei unmöglich, Erfolg zu haben, wenn fünf Mann auf dem Platz auf den Coach hören, der Rest jedoch nicht. De Marco wirkt satt, pappsatt: „Die nächste Zeit braucht mich erst mal keiner anzurufen. Fußball ist meine Freizeit, mein Hobby – das muss schon auch Spaß machen.“ Dem Verein nehme er die Entscheidung nicht übel: „Das Transferfenster war zu. Was sollen sie machen? Wir gehen nicht im Bösen auseinander.“

Übernimmt jetzt der Ko-Trainer?

Ko-Trainer Kai Rohrbach steht voll hinter De Marco: „Ich sehe die Sache exakt genauso wie Diego. Es gibt einige Spieler, die man aussortieren müsste, die aber großen Einfluss in der Mannschaft haben.“ Da er im Gegensatz zu De Marco noch nicht freigestellt sei, warte er das klärende Gespräch mit der Spartenleitung ab. „Der Vorstand hat auch bereits generell gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, die Mannschaft zu übernehmen. So richtig um die Ecke sind sie damit aber noch nicht gekommen.“ Er selbst könne sich das jedoch unter den aktuellen Gegebenheiten allerdings kaum vorstellen: „Ich hätte doch dieselben Probleme wie Diego.“ Als Trainer könne man sich doch wohl kaum die Pistole auf die Brust setzen lassen.
Mit Blick auf das nächste Heimspiel am Sonntag (15 Uhr) gegen den TSV Barsinghausen und den Rest der Saison sagt De Marco: „Die Spieler haben einen Grund gesucht, warum sie schlecht spielen. Und dieser Grund soll dann eben ich sein. Nun bin ich weg – und sie sind in der Pflicht, es besser zu machen.“ Ein Alibi gebe es jetzt nicht mehr.

Quellenangaben: Sportbuzzer.de
http://www.sportbuzzer.de/artikel/koldinger-sv-trennung-diego-de-marco/
http://www.sportbuzzer.de/artikel/aus-diesem-grund-ist-diego-de-marco-beim-koldinger-sv-raus/